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Jugendturnier 2010

30.5.10 (mbf) „Sie sind der Meinung – das war spitze!“.

Wer in der Zeit der Hitparade, von Bonanza und des VW-Käfers aufgewachsen ist, hat diesen legendären Spruch von Quizmaster Hans Rosenthal noch heute in seinen Ohren. In seiner Rateshow „Dalli-Dalli“ würdigte der Berliner damit herausragende Leistungen seiner Kandidaten: Warnleuchten, ein schriller Alarmton -  dann folgte der laute „das war spitze!“-Ruf. Begleitet wurde dieser dann noch von einem gleichzeitigen Luftsprung. Das Bild wurde kurz eingefroren – für die damalige Technik eine echte Sensation! Die Siebziger und Achtziger sind heute passe - doch wäre Hans Rosenthal beim zwölften Gredinger Jugendranglistenturnier zu Gast gewesen, so wären die Alarmtöne besonders schrill, sein Schrei extrem laut und sein Sprung wohl so hoch wie nie zuvor gewesen: Denn was die Teilnehmer und Organisatoren diesmal auf die Beine stellten, war mehr als herausragend.

„Sie sind der Meinung – das war spitze!“: Es war ein gigantisches Turnier, das das ohnehin schon hohe Niveau der Vorjahre noch einmal toppte. Teilnehmerfeld, Organisation, Atmosphäre und sportliches Niveau. Auf diese vier Turnierkonstanten konnte man sich wie immer verlassen. In punkto Teilnehmerfeld und Leistungsniveau ging es in der Skala aber noch mal deutlich nach oben. Vor allem das Spielniveau der Finaltage wird noch in Jahren mit dem zwölften Jugendranglistenturnier in Verbindung gebracht werden:  Denn vier Tage lang wehte ein echter Hauch von höherklassigem Sport über der TC-Anlage.

178 – wer die  Zahl im Aushang laß, dachte zunächst an einen Druckfehler oder an die ersten Alterungsprozesse: möglicherweise hatte die Sehkraft schon etwas nachgelassen. Wegen der hohen Anmeldezahl fand das Turnier erstmals an vier Tagen statt: Vier Tage Dauertennis, vier Tage gelbe Filzkugeln, vier Tage bunte Tennisfarben: Dominiert von der Grundfarbe weiß, war von lila über mintgrün bis zu kaminrot alles zu sehen. Die blaue Schlägerseite kombiniert mit dem rosa Griffband zählte dagegen eher zu den Exoten. Breit gefächert auch das Spielrepertoire der Akteure. Harte lange Schläge von der Grundlinie waren dabei das beste Mittel. Von diesem Rezept machten auch die Gredinger Heimakteure Gebrauch: Zwar war noch nicht alles Gold was glänzt, doch Günter Beck, Stefan Beck, Marvin Flemming, Alexander Lehmair konnten immerhin jeweils ein Spiel gewinnen. Hier macht sich sicherlich die Trainingsarbeit von Coach Zdenek Hlavacek bemerkbar: Dessen Tochter Sina (ASV Neumarkt) spielte zudem ein tolles Turnier und unterlag erst im Finalspiel. Vorjahressieger Christian Pfaender aus Greding, der trotz jüngeren Jahrgangs in der stark besetzten Nachwuchsklasse an den Start gegangen war, musste am zweiten Turniertag leider verletzungsbedingt passen. Dafür sprang Lokalmatador Laurin Metzner in die Bresche: in der Altersklasse U 12 gelangte er bis ins Halbfinale und sorgte mit Rang drei für eine echte Turniersensation. Metzner steigerte sich von Spiel zu Spiel und schoss den an Nummer drei gesetzten Spieler aus dem Turnier. Ganz starke Grundschläge, die Vorhand und Rückhand nahezu gleich sicher. Ein tolles Laufvermögen, dazu eine entsprechende Risikobereitschaft – das war Metzners Faustpfand an den vier Turniertagen. Stärken en masse präsentierte auch Felix Rupp, ein weiterer Lokalmatador: Der für den 1. FC Nürnberg startende Allersberger glänzte durch kluge Spielweise und stieß mit souveränen und glatten Siegen bis ins Finale vor. Leider stand das Endspiel dann unter keinem guten Stern. Rupp unterlag gegen einen starken Kontrahenten. Zudem mussten die Finalspiele witterungsbedingt mehrmals unterbrochen werden.

Das Wetter war im übrigen das einzige, worauf die Turnierveranstalter keinen Einfluss hatten: Gert Sorgatz, Daniel Geyer und Peter Miehling war es wieder gelungen, ein perfektes Turnier auf die Beine zustellen. Besonders gelobt wurde der reibungslose Turnierablauf mit dem perfekten Zeitplan: Dazu gehörten auch wieder Spiele auf der Außenanlage in Kinding. Sonne und frische Luft den ganzen Tag über garantierten einen Hauch von Prärieleben. So mancher kam sich wie auf einem Außenposten der US-Army im Wilden Westen vor. Entsprechend war dann auch die Verpflegung. Das Schiedsgericht mit Marshall Jorgo Fotopoulos wurde mit einem echten Butterflysteak beliefert. Das Wildwest-Steak war der Turnierrenner schlechthin. Am Grill gebrutzelt, dazu noch mit frischen Zwiebeln belegt: Für solche Köstlichkeiten war das Versorgungsteams um Anette Metzner und Carmen Hackner zuständig. Ihr Einsatz trug auch wesentlich zur familiären Wohlfühlatmosphäre bei.

Und wenn die Rahmenbedingungen passen, dann sind auch Top-Leistungen möglich. Dafür wurden die Spieler dann am Sonntag von Vorstand Christian Hobauer mit Urkunden und Sachpreisen beschenkt. Und die Leistungen waren an den vier Turniertagen wirklich herausragend: vor allem im Bereich Nachwuchs U 21, das mit dem besten Starterfeld aufwarten konnte. Hier sah man tollen Tennissport, aber auch die dunkle Seite des Leistungstennis: Ein Halbfinalspiel des weiblichen Nachwuchs wird wohl deshalb in Erinnerung bleiben, da die Guten Sitten hier deutlich überschritten wurden. Kontrastprogramm dagegen das Herrenhalbfinale zwischen  Benedikt Wilde (TV Fürth 1860) und Dino Volkholz (Greuther Fürth): die beiden zeigten eindrucksvoll, was einen höherklassigen Spieler auszeichnet: Kampf bis aufs Messer, aber absolute Fairness auch bei engsten Bällen – das Spiel hätte den Fair-Play Preis durchaus verdient gehabt. Zudem war es wohl das beste Herrenspiel, das seit Jahren auf der Gredinger Anlage stattgefunden hat. Wilde, der seine Medenspiel sonst in der Bayernliga absolviert, und sein Gegenüber spielten ein Match der Extraklasse, dass viele Zuschauer bis in die späten Abendstunden verfolgten. Enormes Tempo, Top-Athletik, Spielwitz und viele direkte Punkte. Das Dreisatzmatch war der Hammer des Turniers. Mit Bällen eben, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

„Sie sind der Meinung das war spitze!“ Bei diesem Match hätte die Sirene laut getönt und Hans Rosenthal wäre nicht nur einmal in die Luft gesprungen.

 

Finalspiele:

 

U 21 männlich

Benedikt Wilde (TV Fürth 1860) – Felix Rupp (1. FCN) 6:4/6:3

U 21 weiblich

Julia Sauer (TC Schönbusch Aschaffenburg) – Lena Widmann  (TC Postkeller Weiden) 6:3/6:3

U 16 männlich

Noah Böhm ( TC RW Eichstätt) – Sven Göpfrich (TV Adelsdorf) 6:1/6:1

U 16 weiblich

Jessica Behnke (TC GW Bayreuth) – Jennifer Behnke (TC GW Bayreuth) 6:3/4:6/7:5

U 14 männlich

Jan Leithner (Spvgg Jahn Forchheim) -  Patrick Schulz (ASV Neumarkt) 5:7/7:5/6:3

U 14 weiblich

Stefanie Pöbel (TSV Dietfurt) – Madelaine Teibner (RW Ingolstadt) 7:5/6:2

U 12männlich

Cornelius Schramm (TB Erlangen) – Dominik Maly ( GSV Altenfurt) 6:2/6:2

U 12 weiblich

Pia Heppt (TB Erlangen) – Katharina Wimmer (TB Erlangen) 6:4/6:3

U 12 männlich Nebenrunde      

Philipp Sauer ( TV Aschaffenburg) – Florian Beyer (ESV Flügelrad Nürnberg) 6:0/6:2

U 10 männlich

Alexander Wolfschmidt (CaM Nürnberg) – Laurenz Euba (SC Mühlried) 6:2/6:1

U 10 weiblich

Nathalie Teibner (TSV Gaimersheim) – Sina Hlavacek (ASV Neumarkt) 6:0/6:1

Hauptmenü

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