Bericht zum 11. Gredinger Jugend- und Nachwuchsturnier
Jugendturnier 2009
1.6.09 (mbf)
„Fantastic, magnifique, fenomenale, galáctico“ - so heißt es in London, Paris, Rom und Madrid wenn Menschen über herausragende Dinge sprechen. Will man dem babylonischen Sprachengewirr entgehen und sucht man das treffende Wort schlechthin, so greift man auf die Mutter aller Sprachen, dem Lateinischen zurück: „Superlativ“ – so lautet hier das treffende Wort. Das höchste Maß eben, nicht mehr zu steigern. Ein Superlativ eben. Dieses Attribut hatte das elfte Gredinger Jugendranglistenturnier am Pfingstwochenende allemal verdient: Ein gigantisches Teilnehmerfeld, der Sieg zweier „Lokalmatadoren“, dazu noch ein Damenendspiel der absoluten Extraklasse: Sie toppten das ohnehin schon hohe Turnierniveau der letzten Jahre noch einmal und machten es zu einem lokalen Sportereignis der Superlative.
„Frühwarnsystem“ für ein Rekordturnier war schon die Anmeldephase. Die Zahl 153 war absoluter Teilnehmerrekord in der elfjährigen Turniergeschichte. Das Faxgerät soll kurz vor Anmeldeschluss sogar noch einmal übergequollen sein – mit Schwojer, Jarvers und Matysova spuckte es dann auch einige neue Namen aus, die sich während des Turniers als absolute Hochkaräter entpuppten. Tennis der Extraklasse war somit angesagt, das Turnierniveau insgesamt deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Aus dem gesamten süddeutschen Raum war man wieder nach Greding gereist. Tuspo, ESV Flügelrad, SV 1873 und 1.FCN, so die Logos auf den T-Shirts. Spätestens an den vielen rot-schwarzen Mützen wurde deutlich, dass ein nicht kleiner Kreis der Teilnehmer aus der Frankenmetropole nach Greding gekommen war. Und die Nürnberger Vertreter durften doppelt jubeln: Neben ihren Spielsiegen wurde um kurz nach fünf auch noch der Clubaufstieg begossen.
Grund zum Feiern auch für die Gredinger: nach Jahren des Wartens gab es endlich wieder einen Turniersieg. Mit Christian Pfaendner gewann nämlich der momentan stärkste Nachwuchsspieler des Schwarzachstädtchen seine Altersklasse. Nach zwei souveränen Vorrundensiegen lieferte Pfaendner dann im Halbfinale ein großes Spiel: Gegen den an Nummer eins gesetzten Noah Böhm (TC RW Eichstätt) konnten die Zuschauer beim Weißwurstfrühstück auf der TC – Terrasse ein Match der Extraklasse bewundern. Dabei behielt Pfaendner nach langem kräftezehrenden Fight im dritten Satz knapp die Oberhand. Durch das ganze Turnier begeisterte Christian Pfaendner mit einem komplexen Tennisspiel: eine extrem cross geschlagene Rückhand, ein stark verbesserter Vorhandwinner. Dazu noch Laufvermögen gepaart mit einem ausgeprägten Siegeswillen – diese Trümpfe stachen dann auch im Finale, das er gegen Andreas Dinkelmeyer (TSV Dietfurt) dann doch relativ deutlich gewann. Und weiter konnte die Heimatstadt jubeln: Turniersieg für einen kleinen Oberbayern mit Gredinger Wurzeln: Cedric Nitz, startend für den TC Pfaffenhofen an der Illm. Sohn der früheren TC Greding Mannschaftsspieler Sabine und Thomas Nitz sowie Enkel der Familien Hill und Nitz. Mit dem „Heimvorteil“ im Rücken holte sich Cedric dabei gleich den Turniersieg. Eine starke, auf beiden Seiten beidhändige Rückhand und die unheimliche Schnelligkeit des kleinen Cedric begeisterten die Zuschauer. „War viel mehr als erwartet“ – so der Kurzkommentar des glücklichen Siegers.
Mit einem starken Auftritt präsentierte sich auch die Hilpoltsteinerin Lisa Noderer in Greding. Sie geht für den TC Altenfurt schon in der Damen-Landesliga an den Start. Bemerkenswert: Als 14jährige spielte sie in Greding bereits die Königsklasse, Nachwuchs weiblich, hier zumeist gegen weitaus ältere Spielerinnen. Mit ihrem kraftvollen Stil, in Form von Power-Aufschlägen und glasharten Grundschlägen kam Lisa Noderer bis ins Semifinale, wo sie allerdings gegen die spätere Turniersiegerin ausschied.
Alles in allem fiel den Protagonisten das Verlieren leichter als noch in den Vorjahren. Bei den Kleinen wurde zwar so manche Träne verdrückt, die Enttäuschung war aber dann meist rasch vorbei. Die Spieler erwiesen sich allesamt als echte Sportler: Auffällig dabei vor allem die hohen Selbstdisziplin und das faire Verhalten - eher wurde ein Ball noch gut, als ausgegeben. An den drei Tagen war von den Eltern dabei nur wenig erzieherisches Wirken erforderlich. Und auch Vater und Mutter hatten ein Sonderlob verdient: sie ließen ihre Kinder weitgehend eigenständig spielen. Die Zeiten verbissener Tenniseltern scheinen wohl erstmals vorüber.
Vielleicht hatte aber auch das Auftreten der beiden Alpha-Tiere auf der Anlage auf die Teilnehmer eine positive Wirkung: Die Turnierleiter Gert Sorgatz und Daniel Geyer führten nämlich mit einer ruhigen und menschlichen Art, was bei den Teilnehmern unisono sehr gut ankam. Das Turnier verlief wie am Schnürrchen, die akribisch Vorbereitung der Turnierleitung trug wieder einmal ihre Früchte. Im Hintergrund wirkte ein großer Helferstab. Sogar an einen Shuttle–Bus zur Außenanlage nach Kinding Kinding war gedacht. Die abenteuerliche Fahrt ins Nachbarstädtchen war für manchen Mitfahrer dabei ein echtes Erlebnis.
Ein Erlebnis der sportlichen Art waren wie immer die Spiele des Nachwuchs männlich: Ein gigantisches Teilnehmerfeld mit hohem Spielniveau, dazu viele neue Gesichter: Turniersieger Lorenz Schwoier vom TF Dachau - während der Medenspiele schon in der Regionalliga beschäftigt - zeigte dabei tolles Tempotennis und besiegte Yvo Panak (TC Geisenfeld) im Endspiel. Die Liste der „Ausgeschiedenen“ ließ dann auch noch einmal die Klasse der Konkurrenz erahnen: waren doch die Namen Perekinczuk, Eckstein und Wilde in den letzten Jahren nicht selten in den Siegerlisten zu lesen. Und so suchte so mancher Zuschauer seine Lieblinge der Vorjahre vergeblich in den Finalspielen. Doch dafür lernte er beim Zuschauen noch die Turnierregeln: „Der Sieger des Spiels meldet das Ergebnis und bringt die Bälle zur Turnierleitung“. Aus der Körpersprache von Sieger und Unterlegenen hätte man dies aber auch so erkennen können.
Keinen Sieger verdient hatte das Endspiel des weiblichen Nachwuchses: „Superlativ“ - es war wohl das beste Damenspiel, das jemals auf der Gredinger Anlage zu sehen war. Schon die Namen Pernetova und Matysowa machten Lust auf die hohe osteuropäische Tennisschule. Die beiden bildhübschen Spielerinnen lieferten dann das Match der letzten Jahre, dem man mit dem Wirken von Schiedsrichter Peter Miehling auf dem Turnierstuhl gerecht wurde. Vor allem die erst 14 jährige Katerina Matysowa zeigte fantastisches Tennis und machte deutlich, warum sie im Vorjahr wie Phönix aus der Asche am Turnierhimmel aufgetaucht war: ein klarer Spielstil mit glasharten Temposchlägen. Etwas abgeklärter dagegen ihre Gegnerin Daniela Pernetova, die vor allem in der Schlussphase das bessere Stehvermögen hatte. In einem engen Dreisatzkrimi zeigten die bereits in der deutschen Rangliste vertretenen Spielerinnen keine Schwächen. Von Satz zu Satz wurden die Schläge lang und länger – das begeisternde Match zog die zahlreichen Zuschauer in den Bann. „Wahnsinn, sensationell, herausragend, der Hammer“, so hörte man es auf der Gredinger Zuschauertribüne flüstern. Der Lateiner hätte hierfür wohl nur ein Wort gebraucht.
Finalspiele:
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U 10 männlich: |
Cedric Nitz (TC Pfaffenhofen/Ilm) – Elias Bauer (MBB-Sg Manching) 7:6/6:0
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U 10 weiblich: |
Sieger Alicia Dinkelmeier (TSV Dietfurt(
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U 12 männlich: |
Tobias Wagner (1. FC Nürnberg) – Denis Rössner (TC Spvgg Greuther Fürth) 6:4/6:3
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U 12 männlich Nebenrunde |
Jonathan Kasper (TC Neukirchen Sand) – Janek Christ (Tuspo Nürnberg) 6:4/6:4
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U 12 weiblich |
Pia Heppt (TSV Altenfurt) – Tatjana Jovic (TB Erlangen) 6:2/6:2
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U 14 männlich |
Christian Pfaendner (1. FC Nürnberg) – Andreas Dinkelmeyer (TSV Dietfurt) 6:4/6:2
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U 14 weiblich |
Mona Bieberich (TSV Altenfurt) – Theresa Habermann (STC RW Ingolstadt) 6:4/6:2
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U 16 männlich |
Christopher Herold (TV Fürth 1860) ohne Spiel
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U 16 weiblich |
Sarah Jarvers (TA Vfl Sindelfingen) – Kim Boss (TSV Altenfurt) 7:6/6:4
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U 21 männlich |
Lorenz Schwoier (TF Dachau) – Yvoa Panak (TC Geisenfeld) 6:4/6:0
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U 21 weiblich |
Daniela Pernetova (TC Bamberg) – Katerina Matysova (Spvgg Altenerding) 6:2/4:6/7:6 |
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