Kuddel-Muddel 2011
25.4.11 (mbf) Sie entstanden vor mehr als 300 Millionen Jahren, sie haben Kriege, Unwetter und Epidemien überlebt: Bäume - sie gehören zu den ältesten Lebewesen auf unserem Planeten.
Bäume bieten dem Menschen Zuflucht und Ruhe. Bäume liefern Sicherheit und sind Sinnbild für Sesshaftigkeit und Zuverlässigkeit. Wenn ein Baum sprechen könnte, so hätte er sicherlich unendlich viel zu erzählen. König der Bäume ist seit jeher die Eiche – sie gilt in der Natur als robust, und vereinigt Attribute wie mächtig, imposant und stark. Und dieser besondere Baum kann mehrere hundert Jahre überdauern.
Wie eine alte knorrige Eiche steht es da. Mächtig und stolz. Und überdauert hat es alles: das Kuddel-Muddel-Turnier des Tennisclub Grün-Weiß Greding. Das Traditionsturnier fand am Ostermontag statt und eröffnete wie alljährlich seit der Vereinsgründung den Tennissommer in Greding. Und da Eichen im April und Mai ihre Blütezeit haben strahlte das Turnier diesmal wieder besonders prächtig: 75 (!) Teilnehmer spielten Tennis und kämpften um den begehrten Knüppel-Pokal. Sie machten den Ostermontag damit zu einem grün-weißen Festival:
Nie zuvor hatte jemals eine so hohe Zahl beim Kuddel-Muddel-Turnier teilgenommen. „Ich schnitt in seine Rinde – so manches süße Wort“. In die Baumrinde Rinde darf daher – auch wenn es ihr nicht gut tut - getrost die Inschrift „Rekordturnier 2011“ eingeritzt werden. Denn nicht einmal in der Anfangszeit, als der Baum erst gepflanzt wurde, hat es jemals mehr Teilnehmer gegeben. Seine Wurzeln hat das Turnier nämlich seit der Vereinsgründung in den Siebzigern: Die Gründungsväter des Vereins – heute weitgehend noch in diversen Seniorenteams aktiv - hatten das Turnier aus der Taufe gehoben. Auch wenn man zur Pionierzeit noch keine komplette Anlage hatte, das Kuddel-Muddel wurde stets ausgetragen. Zwei Generationen von Tennisspielern hat die Tenniseiche nun schon überdauert, mehrmals stand sie kurz vor dem Aus, doch das Kuddel-Muddel wurde Jahr für Jahr gespielt. Die Eiche wankte zwar mitunter, aber sie fiel nicht.
Grund dafür dürfte der besonders feste Baumstamm des Kuddel-Muddels sein: Eichen sind aus Hartholz und das Kuddel-Muddel hat daher auch einen harten Kern. Ein fester Mitgliederkreis geht Jahr für Jahr an den Start. Vom blutigen Anfänger bis zur Nummer eins im Verein, vom kleinen Küken, das gerade Flügge geworden ist bis zum Tennismethusalem – hier ist alles vertreten. Ob gerade von der Eiersuche gekommen oder vom Urlaub zurück. Das Kuddel-Muddel ist Pflicht. Ein Zeichen für den Zusammenhalt im Verein, aber auch für die gesunde Mitgliederstruktur. Und so manches Vögelchen, das bisher noch nicht dabei war, hat sich dieses Jahr auf dem Stamm des Kuddel-Muddels niedergelassen.
Beständigkeit auch bei den Regeln: Ein Doppel besteht aus Spielern des Topfes A und Topf B, die wiederum nach Spielstärke aufgeteilt sind. So ergeben sich bei zwanzig Minuten Spielzeit oft schöne und interessante Matches, ein Sieger ist vorher meist nicht klar voraussehbar. Druckloses Tennisspiel dazu noch das Erlebnis der Gruppe. Spannende Netzduelle, prickelnde Topspinlobs, das Spritzen der roten Asche – das ist Kuddel-Muddel pur.
Einige Äste verschafften dem Baum diesmal eine ganz besondere Ästhetik: Das Frühstück mit Begrüßung, das besondere Wetter, das gemeinsame Essen am Mittag, sowie die Ausgabe des Heftes Aufschlags waren neben dem Tennisspiel sicherlich die Höhepunkte des Tages. Das Tennisfrühstück am morgen war wieder ein echter Renner. Breitensportwart Georgios Fotopoulos begrüßte zusammen mit Vorstand Christian Hobauer die Gäste. Beide zeigten sich hocherfreut über die große Teilnehmerzahl und gaben den offiziellen Startschuss in die neue Tennissaison. Wohl selten konnte man zu dieser Jahreszeit auf der Anlage ein schöneres Wetter genießen. Strahlendblauer Himmel bei herrlichem Sonnenschein. So mancher kam nur zum Sonnen und nicht zum Tennisspielen. Auch das Essen hatte es in sich, bei einer ausgiebigen Mittagspause wurde gegrillt. Als weitere schöne Verästelung diente sicherlich die Ausgabe des Heft „Aufschlag“: Hochglanz und in Farbe das ganze Tennisjahr im Rück- und Vorausblick. Für so manchen war das Lesen des Heftes fast interessanter wie das Tennisspielen.
Einige Turnierspieler schafften es dann natürlich bis in die Baumkrone, manche von ihnen sogar in die obersten Wipfeln, wo sonst nur die Vögel sitzen und zwitschern. Eine gute Spielleistungen aber natürlich auch eine günstige Auslosung waren hierbei Voraussetzung. In den Wipfeln des Baumes einige alte bekannte Kuddel-Muddel-Profis: Zu den Siegern gehörte einmal mehr Doppelspezialist Stefan Daiser, der den Knüppel-Pokal schon mit nach hause nehmen durfte: er landete auf dem Treppchen und wurde zweiter. Hans Hoffmann, ebenfalls ein Fachmann im Doppelspiel, schaffte diesmal den dritten Rang. „Wie Phönix aus der Asche“. Jürgen Löchl, sonst im Tischtennisport und Triathlon zuhause, spielte ein starkes Turnier und gewann. Er darf sich nun „Knüppler 2011“ nennen. Den Pokal bekam er von Vorstand Christian Hobauer und Breitensportwart Georgios Fotopoulos überreicht. Lobenswert hierbei: Der Pokal wurde im Gegensatz zu dem des Spanischen Pokalfinales sicher und glatt poliert dem TC Greding übergeben. Und so warten in diesem Jahr noch einige andere Tennisbäume auf ihre Blütezeit, die von Mai bis Mitte September andauern wird.
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