Bericht KAMA-Cup 2009
20.7.09 (mbf) „In den Pool – in den Pool!“Mit einem Sprung in den mitgebrachten Swimming-Pool feierte die „Fuchsschwanz-Gang“ den Matchball zum Turniersieg beim Gredinger KAMA-Cup. Das Team um Kapitän Franz Haas Junior gewann neben den Sportfreunden Kaising und den KAMA-Mädels zum ersten mal das Gredinger Tennis-Intervereinsturnier. Entsprechend ausgelassen war die Party. „Siege müssen gefeiert werden“, heißt es – und dabei darf es dann ruhig einmal etwas nass werden.
Ohnehin dominierte das Element Wasser den KAMA-Cups 2009: wie ein Damoklesschwert hingen dicke Regenwolken den ganzen Tag über der Anlage. Doch entgegen den Kachelmann-Prognosen hielt das Wetter – bis auf zwei Kurzpausen konnte durchgespielt werden. Wie immer lief das Turnier wie am Schnürchen und begeisterte Spieler und Zuschauer gleichermaßen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte man auch noch die Platzierten ermitteln, die am Abend dann die großen Henkelpokale in Empfang nahmen. Und bei der Siegerehrung spielte dann eine ganz andere Flüssigkeit eine Rolle – nicht Wasser, sondern Sekt war hier angesagt. „Hinein, hinein!“ Die Pokale wurden den ganzen Abend über gefüllt und gefüllt.
Die Party hatten sich die Teilnehmer allemal mehr als verdient. Von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends war Dauertennis im Daviscup-Modus angesagt. Über 27 Mannschaften waren dem Ruf von TC Sportwart und Hauptorganisator Daniel Geyer gefolgt. Zusammen mit Vorstand Gert Sorgatz und Markus Reinhard brachte er das Turnier reibungslos über die Bühne. Wie jedes Jahr war der KAMA-Cup ein echtes Veteranentreffen auf dem roten Schlachtfeld: Filzballikonen, Tennislegenden, DJK Grafenberg, Fanclub FC Bayern…- bekannte Namen, die dem KAMA-CUP seit vielen Jahren sein Gesicht geben.
Echte Premiere dagegen für einige Newcomer: Drei Teams aus den Ortsteilen bereicherten das Turnier bei ihrem ersten Auftritt. Die Sportfreunde Kaising hatten nicht nur den schönsten Trainingsanzug zu verzeichnen – sie holten sich auch auf Anhieb den Turniersieg. Die DJK Herrnsberg demonstrierte neben ihren Qualitäten auf dem grünen Rasen eindrucksvoll den Umgang mit dem gelbem Filzball. Schützen der oberen Leistungsklasse: die Höbinger Schützen-Mädels. Gestern noch bei der Bayrischen in München – heute beim KAMA-Cup. Die Schüsse mit der gelben Kugel waren nicht ganz so präzise wie mit der Schrotflinte, dennoch gaben die Höbinger Mädels mit dem Tennisschläger ein gutes Bild ab.
Und in allen drei Leistungsklassen war der Einsatz immens. Gekämpft wurde bis aufs Messer. Trotz Freundschaftsspielcharakter ging es mitunter recht ernst zur Sache, in manchem Fall musste sogar das Regelbuch zur Hand gezogen werden. Für Stimmung war gesorgt – besonders die Fuchsschwanzgang machte jedes ihrer Spiele zu einem echten Hexenkessel mit Stadionatmosphäre. Einen Hauch von Wimbledon der Achtziger gab es auch noch zu bestaunen: Die Becker-Faust sowie der nach ihm benannte Hechtsprung. Eindrucksvoll auch die koordinativen Fähigkeiten einiger Akteure. Zwar gab es beim einsetzenden Nieselregen so manche kleine „Ri-Ra-Rutschpartie“. Doch dank exzellenter Körperbeherrschung geriet kein Spieler ins Straucheln - die gute Körperbeherrschung machte die fehlenden Tennisschuhe wett, die weiße Tenniskleidung blieb porentief rein. Und so blieben bis in die Spielpausen hinein der Spaß und die Lust am Tenniskicken. Tenniscourt statt Bierbank war hier angesagt. Statt eines gewürzten Hacksteaks mit Ketchup wurden noch Doppelformationen geprobt - als Spielort diente der wasserüberströmte Hartplatz. Auf dem grauen Terrain holte man sich noch den letzen Feinschliff für den frühen Abend. Denn jetzt ging es in die Vollen, jetzt fielen die Entscheidungen, jetzt standen die Platzierungsspiele standen an:
Und hier konnten gerade die „Spitzenspieler“ der starken A-Klasse noch einmal einen Zahn zulegen. Martin Meier – der wohl beste Spieler des Turniers – demonstrierte eindrucksvoll, was ein Top-Spin-Schlag ist. Sein Namenskollege Markus Meier (DJK Herrnsberg) – die langjährige Nummer eins des TC A Kinding – präsentierte einige Kostproben aus dem Tennisstalle Meier: unter anderem eine extrem Cross-gezogene Vorhand. „Offensive wins games“: Tobias Kratzer (Beißer-Club) zog ein „Serve and Volley“ – Spiel in klassischer Stefan Edberg Manier auf. Das Duell gegen Alex Wolfsteiner (SF Kaising) war wohl das beste Spiel des gesamten Tages. Es fand sogar entsprechende Würdigung von oben: aus Ehrfurcht wartete der Wettergott noch bis der Matchball vollständig ausgespielt war – just danach setze es einen riesigen Platzregen. Starke Leistungen auch bei den Damen: Regina Beck von den Kama-Mädels wurde zur besten Spielerin gewählt. Stärkster Spieler der Herren B-Gruppe war Bernhard Nagel vom Bayernfanclub, er vertrat den großen FC Bayern würdig. Und die genannten Spieler des Tages Akteure sorgten nicht minder für den Gesamterfolg ihrer Teams: Die A-Gruppe gewannen die Sportfreunde Kaising hauchdünn vor den Tennislegenden, knapp dahinter der eißerclub. Bei der hohen Leistungsdichte hätten sicher alle einen Sieger verdient gehabt. Bei den Damen setzten sich die KAMA-Mädels vor der Gredonia und dem Gredinger Duo durch. In der B-Gruppe männlich landete der Bayernfanclub auf Rang drei, knapp davor die Filzballikonen.
„Ein Schwanz – viele Haare – ja, das ist die FSG“. An diesem Tag konnte es nur einen Sieger geben. Sieger der Herren-B-Gruppe: die Fuchsschwanzgang. Franz Haas Junior, Ben Tesche und Markus Girg hießen die Sieger. Und die FSG war auch am Abend dann kräftig vertreten. „An die Bar“ – „an die Bar“ tönte dann zu später Stunde der Schlachtruf. Hier war zwar kein Hechtsprung mehr nötig, doch es wurde ebenso ausgelassen gefeiert wie beim Matchball auf dem Centrecourt am Nachmittag.
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