Bericht KAMA-CUP + Sommerfest

Am wohl bisher heißesten Tag des Jahres absolvierten die 76 Teilnehmer aus Greding und Umgebung insgesamt zehn Runden Tennis. Die 27 Teams hatten pro Partie jeweils zwei Einzel und ein Doppel zu bestreiten. Hartumkämpfte Spiele bei tropischen Temperaturen ließen die Spieler all das erfahren, was den Tennissport so faszinierend macht: Enge Matches nämlich, bei denen der nächste Fehler über „Wohl oder Wehe“ entscheidet. Trotz allen Einsatzes verliefen die Spiele mit dem nötigen Schuss Lockerheit und vor allem sehr fair. Turnierleiter Daniel Geyer und Vorstand Gert Sorgatz zeigten sich über den Ablauf des Tages mehr als zufrieden. Dank ihrer perfekten Vorbereitung klappte alles wie am Schnürchen. Doch wie jedes Jahr drückten die „handelnden Personen“ dem Turnier seinen Stempel auf: die Spielerinnen und Spieler waren nicht nur mit der gelben Filzkugel kreativ, sie zeigten sich schon im Vorfeld bei der Namensgebung höchst innovativ und phantasievoll: „Filzballikonen“, „Flying Dutchmen“, „die auserwählten Tennisgötter“ „Verschenkte Talente“, „Schnitzeljäger“ – hier nur eine kleine Auswahl der verrückten Bezeichnungen.
Ladies first: Spannung pur bei der eigens ausgetragenen Damenrunde - Hier schaffte die Mannschaft des MRC Gredings zum ersten Mal den Sprung auf die Stockerlplätze: sie holte sich nämlich gleich den Titel! Im Endspiel besiegte der MRC die Mannschaft der Schnitzeljäger, die sich aus Angestellten der Firma KAMA zusammensetzte. Der MRC hatte mit Susi Grögl und Sabine Jugl zwei langjährige Stützen diverser TC-Nachwuchsteams in ihren Reihen. Mehrmals ließen sie ihre Klasse aufblitzen. Susi Grögl agierte am Netz gar als „Gredinger Mauer“ und war dort fast unüberwindbar. Sie wurde verdientermaßen zur besten weiblichen Turnierspielerin geehrt. Katrin Bauernfeind, Abonnementssieger mit der Gredonia, schaffte mit dem Endspielsieg ihren vierten Titel in Folge: Eine außergewöhnliche Leistung.
Das größte Feld (14 Teams) ging diesmal in der B-Gruppe an den Start. Und hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut um dabei zu sein: Die Mannschaft von Martin Netter war sogar aus München und Umgebung angereist. Seine „Verschenkten Talente“ belegten letztendlich einen tollen dritten Rang. Eine etwas kürzere Anreise hatten dagegen die Endspielteilnehmer: die Strecke von Österberg nach Greding hätten sie ohne Probleme auch mit dem Tretroller bewältigen können:
Die „Bavarian Highländer“ aus Österberg, die mit den Teams „Tennislegenden“ und „Filzballikonen“ an den Start gingen. Die „Tennislegenden“ holten sich wieder den Titel, mittlerweile zum dritten male in Serie. Ausnahmespieler war hier wie jedes Jahr Volker Pfindel, der noch dazu das Abonnement auf den besten B-Gruppenspieler zu haben scheint. Zusammen mit seinen kongenialen Partner Robert Wolfrum ist er in Kategorie B kaum zu besiegen. Nächstes Jahr müssen die beiden daher in der A-Gruppe antreten. Alte Bekannte im Turnier auch die KAMA-Oldies mit Geschäftsführer Robert Kratzer an der Spitze sowie die Gredinger Rosen: Diese erhielten diesmal männliche Verstärkung - Marco Jochum und Wolfgang Mendl trugen nicht unwesentlich dazu bei, dass die Rosen am Ende einen tollen vierten Platz belegten. „Klose-Toni-Ribery“ – inspiriert vom neue „Dream-Team“ schickte der Bayern-Fan-Club die meisten Mannschaften ins Rennen und erhielt dafür einen Sachpreis.

„Die Legende lebt, wenn auch die Zeit vergeht, unser Club der bleibt bestehn“ - Clubfan Konrad Gerngroß mit seinem Team von der DJK Grafenberg war wie jedes Jahr eine der Hauptattraktionen des Turniers. Neben starken sportlichen Leistungen – erst im Halbfinale war Endstation – lieferte die DJK auch wieder nette Randgeschichten. So zum Beispiel „den Wettlauf mit der Zeit“: Kurz vor Turnierbeginn war ein Start des DJK Teams noch in der Schwebe - die Mannschaft bestand bis dahin lediglich aus einem Spieler: Konrad Gerngroß. In einer Blitzaktion engagierte dieser im letzten Moment noch Pfarrer Miroslav Bobras (Pfarrei Mörnsheim, vormals Morsbach). Dessen Zeitfenster war allerdings nur bis 16.00 Uhr geöffnet - denn dann stand Beichtgelegenheit auf seinem Dienstplan. Im fliegenden Wechsel wurde zu den Finalspielen dann noch Hans Uhl eingeflogen. Leider fehlte den Grafenbergern ein Wimpernschlag zum Finaleinzug: dafür absolvierten sie im Halbfinale gegen den SCKU das wohl spektakulärste Spiel des Tages. Im „Sudden-Death“, also mit dem allerletzten Punkt, mussten die DJK den Kaisingern den Finalvortritt lassen.

Und dass sich die Mannschaft des SCKU Kaising dort wiederfand, war die größte Turnierüberraschung seit Jahren: eigentlich für die B-Gruppe vorgesehen, waren sie „wie die Jungfrau zum Kind“ in die Eliteklasse gekommen. Doch dort schlugen sie sich bombig – erst im Endspiel konnten sie gestoppt werden. Christian Leidl und Alexander Wolfsteiner, beide Leistungsträger der Gredinger Ersten Fußballmannschaft, zeigten als blutige Anfänger eine außergewöhnliche Tennisleistung. Sie erhielten mehrmals Szenenapplaus. Bei Christian Leidl wurde deutlich, dass er seine Fußballlaufbahn in vorderster Front, als Vollblutstürmer nämlich, begonnen hat: er war für die entscheidenden Treffer am Netz zuständig. Alexander Wolfsteiner betätigte sich dagegen wie gewohnt als Kilometerfresser und Stratege. Im Endspiel hatten die beiden dann doch noch das Nachsehen: das Duo Tobias Kratzer und Artur Ochsenkühn, beide für den Beisser-Club am Start, erwies sich als das abgezocktere Team. Mit ihrer cleveren Spielweise ließen sie sich den Titel nicht mehr nehmen, das Endspiel gewannen sie dann relativ deutlich. Extrem sichere Grundschläge bei Artur Ochsenkühn, einen Schuss Spielwitz gepaart mit tollen Netzattacken bei Tobias Kratzer: Dagegen war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Kratzer verlor im gesamten Turnier lediglich ein Spiel: gegen Benjamin Preischl (MRC), zog er den Kürzeren. Dieser hatte im übrigen eine blütenweiße Weste und wurde daher zum besten Turnierspieler gewählt.
Die Beisser holten im übrigen den dritten Titel in Folge und konnten bei der anschließenden Siegerehrung den KAMA-Cup in den Abendhimmel stemmen.
Doch rasch entdeckten die beiden noch eine Zweitfunktion. Man konnte den Pokal auch füllen! Und im Nu war dieser Randvoll und so begann nach der Siegerehrung der große „Exodus“: Das Geschen verlagerte sich nun nach und nach in die neue geschaffene „Chilling-Zone“. An der Freiluft-Bar wurde zu später Stunde noch so manches Gläschen getrunken. Und mit einer sternklaren Nacht endete ein tolles Turnier und ein unvergessener Abend.
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