Bericht zum neunten Gredinger Jugendturnier 25./26./27.5.07
29.05.07 (mbf) Die Ebene von Marathon – an diesem Ort kämpften um 490 v. Christus die Griechen gegen die Perser. Der Legende nach soll die Meldung des Sieges von einem Läufer vom Schlachtfeld dem Athenischen Volk gemeldet worden sein. Mehr als 40 Kilometer soll die Entfernung der Laufstrecke betragen haben - nach ihr ist der heutige Marathonlauf benannt. Beim Tennissport ist das sogenannte „Marathonmatch“ ein geflügeltes Wort: Ein Spiel, das einfach nicht enden will. Auch beim neunten Gredinger Jugendranglistenturnier am Pfingstwochenende gab es so manches Spiel, das weit über die normale Spiellänge hinausging – einige Duelle mussten wegen der einbrechenden Dunkelheit auf den nächsten Tag verlegt werden. Und auf der Nebenanlage in Kinding liefen gar zwei Marathonspiele mit Rekordcharakter: erst nach über vier Stunden gab es einen Sieger.
Die Länge der Spiele tat der Qualität allerdings keinen Abbruch. Die 151 Teilnehmer zeigten allesamt anspruchsvolles Jugendtennis und kämpften mit großem Eifer und Kampfgeist um die begehrten Ranglistenpunkte. Und die Akteure konnten sich voll und ganz auf ihren Wettkampf konzentrieren, denn die äußeren Rahmenbedingungen passten auch diesmal wieder: Der Wettergott hatte es anlässlich des Pfingstfestes wieder gut mit dem TC Greding gemeint, außer einem kleinen Schauer am Finaltag blieb es nämlich durchgehend trocken. Der Zeitplan konnte somit weitgehend eingehalten werden. Und der war wie immer bestens vorbereitet - unter der Leitung von Vorstand Gert Sorgatz und Sportwart Daniel Geyer verlief das Turnier nämlich wie am Schnürchen. Schlägerbespannung, Verpflegungsstation, Fahrdienst und Platzpflege - der Kundenservice in Greding war wie jedes Jahr vorbildlich. Bei entspannten Klima verliefen die Spiele recht fair. Die beiden Oberschiedsrichter Michael Beck und Peter Miehling blieben weitgehend arbeitslos, so dass sie sich auf ihre Aufgaben am PC konzentrieren konnten. Vor allem Eltern und Betreuer erwiesen sich an den drei Turniertagen als sehr nette Gäste – kompromissbereit und stets der Sache dienend: Die Zeiten von überehrgeizigen, konfliktgeladenen Tenniseltern etc. haben bei den Turnieren scheinbar ausgedient.
Gab es in den Vorrunden noch klare Kantersiege, so waren die Spiele dem Ende zu immer umkämpfter. Dreisatzmatches waren keine Seltenheit. Die lange Spielzeiten und die heißen Temperaturen verlangten so manchem Akteur natürlich alles ab, ein Finale konnte wegen Erschöpfung eines Akteurs gar nicht erst gespielt werden. „Hoch das Balli“ – so hieß das Motto bei den Kleinsten. Mit einer unglaublichen Sicherheit und wahren Mondballduellen entwickelten sich dort eminent lange Matches, bei doch Temperaturen von immerhin 30 Grad. Dass man in jungen Jahren noch scharfe Augen haben muss, bewiesen Spieler dann bei den Begegnungen, die bis in die Abenddämmerung dauerten. So mancher Zuschauer älteren Semesters hatte nämlich schon beim Zuschauen seine Probleme. Am Samstag endete das letzte Spiel erst kurz vor neun Uhr, und so konnten Spieler und Zuschauer erst die zweite Halbzeit des Clubtriumphes im TC-Heim verfolgen. Und der historische Pokalsieg hatte spätestens am Sonntag morgen dann auch das Gredinger Tennisturnier erreicht: So mancher Zuschauer hatte noch kleine Augen vom Feiern, hier und da sah man ein Clubtrikot über die Anlage huschen.
Ein echter Tennisleckerbissen waren wie immer die beiden Königsklassen, der weibliche und männliche Nachwuchs. Nach wirklich sehenswerten Halbfinalspielen war das Endspiel auf dem Centre-Court dann ein echter Höhepunkt: Gredings Dauerbrenner Roland Perekinczuk (RW Eichstätt), bereits zum achten male dabei, demonstrierte eindrucksvoll, dass er sich von Jahr zu Jahr gesteigert hat. Mit tollem Tempotennis ließ er seinen Kontrahenten Daniel Uhlig (SV 1873 Nürnberg-Süd) nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten. In einem rassigen Match gingen beide Kontrahenten hohes Risiko – die Zuschauer waren über die vielen direkten Punkte natürlich begeistert.
Und mit diesem großen Spiel schloss dann auch das Turnier – so mancher Akteur hatte dann noch einen weiteren Marathon vor sich: Abreise, Heimfahrt und anschließend eine weite Reise ins Feriendomizil. Nach drei doch anstrengenden Turniertagen können die wohlverdienten Pfingstferien nun genossen werden.
U10 Männlich:
Patrick Schulz (SV 1873 Nürnberg – Süd) – Tobias Wagner (TSV Fischbach Nürnberg) 6:2/6:2
U10 weiblich
Lisa Hupp (TSV Fischbach Nürnberg) – Antonia Maier (TSV Altenfurt)
U12 männlich
Patrick Alexie (ESV Flügelrad Nürnberg) – Philip Woitinek (SV 1873 Nürnberg – Süd) 6:3/6:§
U12 weiblich
Patricia Maly (TSV Altenfurt) – Simone Dirsch (DRC Ingolstadt) 6:1/6:3
U14 männlich:
Richard Lichtenberg (SV Gehrden) ohne Spiel
U14 weiblich:
Melissa Dirsch (DRC Ingolstadt) – Kornprobst, Susanne (DRC Ingolstadt)
U16 männlich:
Payam Azizi (TB Erlangen) – Felix Braun (TC Röttenbach) 3:6/7:6/2:0
U16 weiblich
Anna-Lena Wernhöfer (SW Fulda-Niesig) – Tina Löschmann (TSV Heideck) 7:5/6:0
Nachwuchs männlich:
Roland Perekinczuk (TC RW Eichstätt) – Daniel Uhlig (SV Nürnberg-Süd) 6:1/6:4
Nachwuchs weiblich:
Dorothea Schwemmer (TB Erlangen) – Sabrina Pieger (TV Fürth) 6:1/6:2
U12 männlich Nebenrunde
Wagner Johannes (TSV Fischbach) – Johannes Fries (TSV Fischbach) 9:6
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